Bellevue

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Annäherungsversuche und gegenseitigen Einfluss zwischen Deutschland und Frankreich findet man nicht nur in der Politik. Deutsche haben an manchen französischen Ausdrücken Gefallen gefunden und sie eins zu eins oder etwas verändert in ihre Sprache übernommen. Man findet zum Beispiel einige Wörter, die mit bel wie Beletage, Bellevue, Belle Époque anfangen. Vielleicht haben Sie sich gefragt, wieso man manchmal bel und manchmal belle schreibt.

Hier ein paar (hoffentlich einleuchtenden) Erklärungen: Beletage kommt vom französischen Ausdruck „le bel étage“ (das schöne Stockwerk). Bellevue wurde von der französischen Wortgruppe „la belle vue“ (die schöne Aussicht) übernommen. Schön kann im Französischen durch das Adjektiv beau wiedergegeben werden. Beau ist die männliche Form des Adjektivs und wird zu bel, wenn das nachfolgende Substantiv mit einem Vokal anfängt.

le beau manteau (der schöne Mantel)

aber      le bel étage (étage ist männlich im Französischen!)

Belle ist die weibliche Form:

la belle vue

la belle ville (die schöne Stadt)

Manchmal ist die Ableitung nicht so leicht zu erkennen. Das Wort Belletristik zum Beispiel kommt von „les belles lettres“ (die schöne Literatur). Lettre heißt nämlich:

  1. Buchstabe
  2. Brief
  3. Im Plural (les lettres) bezeichnet es die Literaturwissenschaft.

 

Il n’y a pas qu’en politique que la France et l’Allemagne s’inspirent l’une de l’autre. La langue allemande a ainsi emprunté au français quelques expressions construites autour de l’adjectif beau, belle.

On trouve, par exemple, le mot Beletage (< bel étage) qui désigne le rez-de-chaussée des anciennes maisons ou bien encore Bellevue, château où réside le président fédéral à Berlin. Certaines expressions ont été germanisées. Le nom commun Belletristik qui désigne la grande littérature et qui figure au-dessus de la section Romans dans les librairies vient du français « belles lettres ».